Nachdem ich im ersten Teil 1 zum Fotomarathon schon ein wenig von dem Vorlauf und Tagesbeginn berichtet habe, geht es hier nun weiter mit den eigentlichen Aufgaben und meinen eingereichten Fotos.

1. Aufgabe – Eine Nummer zu groß (Startnummer ablichten)

Bei der ersten Aufgabe eines Fotomarathons sollte die eigene Startnummer zu sehen sein. Das kann z. B. durch Nummern- oder Preisschilder geschehen, ein Foto der eigenen Startkarte, oder welcher kreativen Idee auch immer das Motiv entsprungen ist.

Ich war da recht unkreativ.

Mein endgültig übergebliebenes Motiv ist letztendlich die Ablichtung des Fahranzeigers in der U-Bahnstation am Waterloo geworden. Da dort die Linie 3 und 7 doch regelmäßig und meist im Wechsel fahren, habe ich diese Nummern einfach groß abgelichtet.

2. Aufgabe – Erinnerungsfetzen

Hier hatte ich sofort nach Lesen der Aufgaben eine Idee. Es gibt am Marstall einen kleinen recht unscheinbaren Laden, der mir noch als Comic Tausch / An- und Verkaufbörse in Erinnerung war. Und siehe da, es gibt den Musi(k)Co(mic)la(den) noch immer. Ich bin also hin, öffne die Tür und in dem kleinen Laden stehen zwei weitere Teilnehmer des Fotomarathons. Uumpf, hatten die etwa dieselbe Idee wie ich?

Hatten sie nicht, sie haben beim herumgehen den Laden von Herrn Krause entdeckt und haben beim Stöbern auch prompt eine Schallplatte gefunden und gekauft. Ich konnte dann, nach einem kleinen Plausch mit dem Besitzer und seiner Erlaubnis, mein Foto machen, und bin von hier aus weiter gezogen zum nächsten Stopp

3. Aufgabe – Aus Liebe zum Detail

Auch hier hatte ich schon eine feste Idee für das nächste Bild, nur war ich auch da nicht alleine.

Das Hauptthema, bzw. das Leitmotiv bei diesem Marathon lautete “Songs – Made in Germany” und mir viel spontan der Musikladen schlechthin in Hannovers Innenstadt ein; 25 Music. Es wäre doch gelacht, wenn ich dort nicht ein passendes Motiv finden würde. Auf diese Idee sind, so ein Zufall, auch noch weitere Mitstreiter gekommen.

Beim Eintreten in den Laden kam mir jemand mit gezückter Kamera entgegen und am Schalter sah ich schon jemanden, der an seinem Rucksack auch seine Teilnehmerkarte sichtbar angebracht hatte. Ein weiterer Teilnehmer stand mit Kamera im Laden und schien sich umzusehen.

Das schöne beim Marathon den ganzen Tag über, mit allen Teilnehmern gab es nette Gespräche. Ob sie schon was gefunden hätten, ob eine Einwilligung für Fotos schießen schon erteilt wurde, ob sie schon wissen, wo sie als Nächstes hin wollten, etc. Ein bisschen Small-Talk nebenbei, wo sie herkommen und ob dies auch ihr erster Fotomarathon sei. Es gab einige die so wie ich am Samstag ihren ersten Marathon hatten.

Nach ein wenig umsehen im Laden gab es dann für mich auch ein Motiv das ich festhalten wollte und das ist es dann auch am Ende geworden ist.

Damit waren die ersten 1,5 Stunden um und ich hatte zumindest drei Aufgaben mit x-Fotos in meiner Kamera. Da ich noch genug Zeit hatte um zum ersten Checkpoint zu kommen, konnte ich mir jetzt ganz in Ruhe meine ersten Werke ansehen. Jetzt hieß es für mich eine erste Endkontrolle zu machen, auszusortieren und zu löschen und gleichzeitig festzulegen, in welchem Stil ich meine weiteren Bilder aufnehmen will.

Als Ziel für den Fotomarathon hatte ich mir gesetzt, eine gewisse fotografische Linie einzuhalten. Vom ersten bis zum letzten meiner 12 Bilder sollte, ein Stil durchgängig erkennbar sein. Ob ich die Serie in schwarz-weiß oder über- bzw. unterbelichtet abgebe, mit Farbfilter oder Doppelbelichtung, oder eine Variante wo immer wieder ein Element auftaucht. Ich entschied mich, nach Durchsicht der ersten Aufnahmen, für das vermeintlich einfachste; Bilder ohne Verfremdung oder technischen Spielereien. Kein Miniaturblick, keine Mitbringsel und auch keine künstlerischen Experimente.

1. Checkpoint – Linden Freizeitheim

Mit drei Aufnahmen aus der ersten Runde bin ich dann nach Linden zum Freizeitheim und habe eine halbe Stunde vor offiziellem Ende des ersten Viertels des Tages, und der Aufgaben, meinen ersten Stempel erhalten. Ein schöner Moment. Doch der nächste Aufgabenblock hat mich dann erst einmal nachdenken lassen.

4. Aufgabe – Graffiti Love

Für Graffitis sind mir spontan mehrere Orte in Hannover eingefallen. Einer davon ist Linden und wo ich schon einmal da bin, da kann ich ja auch durch die Straße schlendern und einfach mal Ausschau halten. Mein ungefähres Ziel war das Faustgelände / die Bettfedernfabrik, als Mischung zwischen urbanen bunten Mauern zusammen mit Musik.

Und es ist unglaublich was man alles so sieht beim Schlendern und den Blick schweifen lassen bei der Motivsuche. Es gibt in Linden sehr viele, die meisten werden sagen beschmutzen, Wände, mit Graffiti und einfachen Tags, mit Stiften einfach nur “bekritzelte“ Stellen. Aber dann, in Einfahrten, auf Höfen oder auch gerade auf dem Gelände vom Faust, viele farblich und künstlerisch tolle Motive. Alleine dafür wäre ein Tagesausflug durch Linden schon zu wenig.

Nur das passende ist mir so noch nicht ins Auge gefallen, daher bin ich dann zu meinem zweiten Graffitiort Hannovers gefahren, zur Glocksee. Hier gibt es immer wieder neu übersprühte Werke und der Ort hat sogar viel mit Musik zu tun. Sei es als Veranstaltungsort oder für Räume zur Probe von Bands. Und ich hatte zu Recht gehofft ein Motiv zu finden.

Dafür stellte mich die nächste Aufgabe vor eine erste große Motivliche Herausforderung.

5. Aufgabe – Mit Kinderaugen

Wie sehen Kinder Musik? Nicht, das es schon schwer genug ist Musik in ein Bild zu bannen.

Von hier ab habe ich mich dann von der Idee der Umsetzung des Leitthemas, in jedes einzelne Bild, verabschiedet. Ich fand das Motiv, der abgebrochenen Buchstaben als Motiv für sich so stark, dass ich weniger an das Tagesmotto gedacht habe. Hier ging mir so viel zu Kindern und Kindheit, Zukunft und einfach verlorenen Träumen durch den Kopf.

Das musste ich einfach so festhalten.

6. Aufgabe – Tanz aus der Reihe

Vermutlich ist daher, auch aufgrund meiner Gedankengänge, das folgende Bild für die 6. Aufgabe das wohl schwächste meiner ganzen Fotoreihe, zumindest aus meiner Sicht. Ich bin mit meinen eigenen Fotos ja eh sehr kritisch, was Motiv, Perspektive, Licht, Schärfe etc. in der Nachbetrachtung und Bildkritik angeht. Da hätte ich, selbst bei dem Motiv, mehr machen können.

Daher lasse ich das hier einfach mal so stehen und springe lieber gleich weiter Beziehungsweise bin ich dann zum nächsten Checkpoint in Herrenhausen gegangen.

2. Checkpoint – Herrenhäuser Gärten

Beim Eingang zu den Gärten stand sie wieder als Wegweiser, die Beachflag als Zielpunkt. Hier waren schon einige andere Teilnehmer und Teammitglieder. Dank der Karte mit der Startnummer war der Eintritt frei und gleich im kleinen Vorgarten waren die Tische mit den Organisatoren aufgestellt, der zweite Stempel war meiner.

Ein wenig Erleichterung und auch Enttäuschung kam bei der Verschnaufpause hoch. Erleichterung, ich hatte bis hierhin 6 Fotos auf der Kamera und habe meinen zweiten Stempel erhalten. Enttäuschung nach der Hälfte des Tages und der Aufgaben, weil ich weiß das ich es besser kann.

Dafür riss der Himmel auf und ich konnte in den Herrenhäuser Gärten ein wenig ausruhen und den Mitstreitern zusehen, wie sie auf Motivjagd für die nächste Aufgabe unterwegs waren.

7. Aufgabe – Millionen Farben

Perfekt hätte ich es gefunden, in den Gärten einen Regenbogen einzufangen. Dieses Glück hatte immerhin ein anderer Marathon-Teilnehmer. Beim herumgehen und suchen nach einem sehr farbigen Motiv ist bei mir schon eine andere Idee gereift. Es müssen ja nicht nur Farben sein, es kann auch ein Farbspiel sein oder eine Andeutung von vielem verschiedenen.

Bei den weiteren Überlegungen kam mir Idee die Verschiedenartigkeit und Vielfalt von Menschen als Grundlage für das Bild zu suchen. Also ab zur Bahn und in die Innenstadt wo die meisten Menschen unterwegs sind, zur Bahnhofstraße.

Ich musste dann feststellen, dass es ohne eine erhöhte Position nicht viel Sinn ergibt, viele Menschen zu fotografieren. Zumal das Stirnrunnzeln von einigen wenigen der von mit in Übersichtsaufnahme fotografierten nicht unbedingt ein gutes Motiv abgegeben haben.

Der Zufall wollte es allerdings, dass am Kröpcke selber ein Straßenkünstler viele Staatsflaggen per Kreise auf den Boden malte, wo Passanten mit einer kleinen Spende seine Arbeit unterstützen konnten. Wieviel Vielfalt und Farben mag es sonst in der Innenstadt geben, wenn nicht genau hier und jetzt?

8. Aufgabe – Irgendwas mit L

Dieses Motiv habe ich nicht als einziger geschossen, es gibt mindestens einen Teilnehmer, der hier dieselbe Idee hatte. Die ersten Ideen bei dem Buchstaben “L” waren Luftballons, eine Ecke von Irgendwas oder eine umgedrehte Laterne. Irgendwas halt was.

Bei mir ist es dann halt der Schriftzug eines bekannten Geschäfts geworden.

9. Aufgabe – Allein allein

Auf dem Streifzug durch die Stadt, und auf der Suche nach dem letzten Motiv für diesen Aufgabenblock, war ich dann wieder einmal an diesem Tag etwas ratlos. Die Idee, eine Person zu finden, die “alleine unter vielen” ist, fand ich nicht so spannend und hab die schnell wieder verworfen. Oder einen Gegenstand der zurückgelassen wurde, oder oder oder… Es fehlte der zündende Gedanke.

Ich bin dann also eine Weile durch die Innenstadt und die Geschäfte bis ich mich entschlossen habe schon einmal in Richtung Nordstadt zu fahren, in Richtung des nächsten Treffpunkts. Ich hatte noch genug Zeit und stand von daher nicht so immens unter Druck und bin zur U-Bahn am Kröpcke und mit der langen Rolltreppe alleine nach unten zum Bahnsteig gefahren.

Und da war der Moment der Eingebung, ich stand alleine auf dieser elendig langen Rolltreppe, keiner vor oder hinter mir. Die Idee war geboren und ich habe nach mehreren Fahrten auf und ab und vielen Fotos dann das folgende ausgewählt.

Für mich eines meiner stärksten Bilder des Tages, vielleicht aber auch alleine deshalb, weil es mich wieder immens motiviert hat. Und ohne dieses Bild und die, wie ich finde, gute Umsetzung, wäre das nächste Bild sicher nicht entstanden.

Dieses und die letzten drei Bilder, folgen dann im nächsten und letzten Teil dieser kleinen Reihe zum ersten Fotomarathon in Hannover in wenigen Tagen.

Welches von den Bildern bisher findest du denn am Besten?

2 thoughts on “Fotomarathon Hannover 2017 – Teil 2 zum #fmh17

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