Bulgarien Strand 2016

Es ist schon wieder eine Weile her und das Jahr noch recht jung – Zeit, den diesjährigen Jahresurlaub zu planen. Und Zeit sich über das geblogge von Reisebloggern Gedanken zu machen.


Urlaubsplanung heißt für mich, wieder einmal, alle möglichen Portale und Blogs nach aktuellen Tipps und Tricks zu meinen Reisezielen zu durchstöbern. Und gerade bei den Reisebloggern scheint sich eine Menge getan zu haben, leider wie ich finde, nicht positiv. Die Optik und die Inhalte sind immer identischer, das individuelle scheint weniger zu werden. Es ist eintönig geworden bei deutschen und internationalen Reiseblogs.

Das ist auch deshalb um so erstaunlicher, anhand der Menge von Menschen (und insbesondere Paaren), die einen Blog nur mit dem Thema (Welt-) Reise(n) betreiben. Sie sind unterwegs rund um den Globus, haben immer den Laptop und die Kamera dabei und sind oft als “Backpacker” unterwegs. Früher waren Backpacker Menschen, die in ein fernes Land mit höchstens einem Rucksack gereist sind, um Land und Leute kennen zu lernen. Oder um sich selber auf so eine Reise zu erfahren, mental spirituell wie auch körperlich.

Wenn ich die neueren Blogs so lese, dann geht es bei vielen nur noch darum dieses und jenes Land muss ich sehen, darüber kurz schreiben das ich da war, mit einem Affiliate-Klick zu Amazon noch etwas Geld verdienen, mein Reisevideo bei Youtube promoten, auf das bald neu erscheinende Buch hinweisen und und und… Ein wenig über Land und Leute kommt auch darin vor, Essen, Trinken, Beachen und auch mal Tipps dazu. Bei all dem bleibt allerdings doch ein wesentlicher Faktor außen vor, der Blick auf die Kultur und das Leben vor Ort, wo die Blogger im Sauseschritt durchpreschen.

Die wenigsten der Blogs die ich zum Thema Reisen, speziell zu Thailand oder jetzt Malaysia gesehen habe, sind individuelle Reiseerfahrungen. Kleine Anekdoten ja, aber keine Skills die erfahren werden, zumindest werden diese nicht präsentiert. Kein genaueres eingehen auf Lebenssituationen der Menschen vor Ort. Kaum Hinweise über kulturelle Besonderheiten, politische oder soziale Umstände.

Das finde ich sehr schade. Diese Blogger wissen natürlich das sie nicht die einzigen sind, Und ich kann es durchaus verstehen, dass sie versuchen die Klickzahlen auf ihrer Seite mit leicht verdaulichen Texten und Bildern zu steigern und somit den Besucher zu halten.

Jedoch tausendmal auf diesen Blog-Seiten zu lesen, wie und womit ein Rucksack gepackt wird, welche Kreditkarte empfehlenswert sei oder warum das verlinkte Hostel im Vergleich zum 5-Sterne Hotel doch mithalten kann, das nervt.
Wenn ihr Blogger schon x-Tage und Wochen oder gar Monate in diesen Ländern und an fremden Orten unterwegs seit, dann ist das zu wenig. Ich will eben nicht nur das Oberflächliche durchhuschen eines Landes nachlesen, sondern wissen, was haben die Reisenden dort erlebt und für sich mitgenommen. Das macht einen Reiseblog in meinen Augen aus, ansonsten sind es nur minder beinhaltete Reiseführer zu Sightseeing-Punkten.

Diese kleinen Bloggperlen gibt es dann doch ab und zu, garniert mit persönlichen Reiseberichten. Wo eben (leider meistens nur nebenbei) über Land und Leute, Begegnungen und Erlebnisse berichtet wird. Wo mal mehr ins Detail gegangen wird, wenn es um die Verpflegung oder die Transportmöglichkeiten geht. Wenn mal die eine oder andere Anekdote ausführlicher beschrieben, die Begegnungen mit Mensch, Natur oder Politik im Vordergrund stehen. Meistens sind dies ältere Seiten, also Beiträge die älter wie drei vier Jahre sind. Das Bloggen von Reisenden hat sich verändert.

Und diese Perlen, die suche ich jetzt für meinen nächsten Urlaub in Asien. Und ich habe mir vorgenommen auch mal die eine oder andere kleine Geschichte meiner Reisen einzutippen und hier einzustellen. Nicht als “das Reiseblog vom Chris”, sondern mehr ein “das hat es für mich besonders gemacht dort zu sein und daran erinnere ich mich ganz bestimmt in 100 Jahren noch”.

Vielleicht schaffe ich es ja dann auch mal wieder öfter zu schreiben, und dem einen oder anderen, der auch eine Reise dorthin unternimmt wo ich war, dem üblichen geblogge von anderen etwas hinzuzugeben.
Denn wie ein Rucksack gepackt wird, welches Visum benötigt, wo ich vor Ort Geld erhalte oder übernachte, das sollte vorab schon einmal ein wenig geklärt sein. Wer in seine Reise total unbedarft losziehen will, den interessieren auch keine Reiseblogs. Der will etwas ganz anderes sehen und erleben als das, was dort geschrieben steht.